Vorsätze für ein gutes Leben

Neujahr ist ja bekanntlich auch die Zeit für Neujahrsvorsätze. Wie der Name schon sagt, gelten die aber nur für Neujahr. Abhängig vom Bundesland, darf man in Österreich so ungefähr bis zum 6. Jänner straffrei ein “Gutes Neues Jahr” wünschen. Der Dreikönigstag ist somit für viele von uns bereits das natürliche Ablaufdatum unserer Neujahrsvorsätze.

Ich habe mich daher schon im Dezember entschlossen, mir Vorsätze für eine Lebensstilveränderung vorzunehmen und diese Schritt für Schritt in den nächsten Monaten und Jahren umzusetzen, bei Bedarf zu adaptieren und danach zu leben. Es sind keine hochtrabenden Themen, vielmehr sind es Selbstverständlichkeiten, die man gerade wegen ihrer Selbstverständlichkeit schnell vergisst oder aus den Augen verliert.

Work/Life Balance

Ein ganz großes Thema bei mir ist das Verhältnis zwischen “Zeit für andere” und “Zeit für mich”. Ersteres hat im Laufe meines Lebens immer die wichtigste Rolle eingenommen. Abgesehen vom Brotberuf waren immer Vereine und Menschen da, die beinahe permanent etwas Wichtiges gebraucht haben. Mit Mitte/Ende 30 merke ich doch schon wesentlich intensiver, wie dieses Verhalten an mir zerrt. Mit Anfang 20 war das noch kein Problem. Starke Gefühlsschwankungen, dauer-genervt, wegen jedem Fliegenschiss gereizt und auf 180. Das restliche Leben spielt sich dann in depressiver Art und Weise nur mehr auf der Couch und im Bett ab. Wozu das alles noch führt, könnt ihr euch ja eh schon denken.

Wie schaut der Plan aus:

  • Arbeitszeit im Büro nicht mehr übertreiben.
    Überstunden nicht auf- sondern abbauen.
  • Nebentätigkeiten reduzieren.
  • Vereinstätigkeiten weiter reduzieren.
  • Mir selbst mehr Gefallen tun als anderen. (Nein, ich scheiße deshalb nicht auf alles und jeden.)

Entspannung

Bei der Reflexion meines Lebens habe ich bemerkt, dass Entspannungsphasen so gut wie keine Rolle spielen. Ich kann mir nicht einmal einen Film oder eine Serie ansehen, ohne nebenbei noch im Internet zu surfen oder mit dem Handy zu spielen. Mein Kopf steht unter Dauerstrom. Er saugt permanent Daten auf und versucht diese zu verarbeiten. Schlaflose Nächte und schlechte Einschlafgewohnheiten resultieren dann daraus und führen tiefer in die Spirale des schlechten Lebens. Ich bin ja außerdem nicht der erste Mensch, dem es auffällt, dass er nach einer schlechten Nachtruhe am nächsten Tag viel mehr Hunger und Cravings hat.

Wie schaut der Plan aus:

  • Tägliche Entspannungsphasen
  • Urlaub nicht nur nehmen sondern auch nutzen
  • Rituale für einen strukturierten Alltag
  • Man kann das Smartphone auch ausschalten

Medienkonsum

Ich bin ein Informationsjunkie. Ich werde oft von Freunden um Recherche zum Thema XY ersucht oder um eine Meinung zu etwas gefragt, was ich mir dann innerhalb kürzester Zeit reinsaugen muss. Eine Fähigkeit von mir ist definitiv, Informationen bzw. Daten zu finden und miteinander zu kombinieren. Das macht nicht nur Freude sondern auch krank. Wie spannend es auch ist, dass man auf Twitter extrem schnell Informationen zu aktuellen Themen erhält, so schrecklich ist es dann auch, jeden Aufschrei der eigenen Filterblase mitzuerleben und sich dann selbst dort Stunden später mit einem großen Fragezeichen im Kopf wiederzufinden. Medien, Nachrichten und Kommunikation sind mir wichtig. Die Hygiene dieser Kanäle ist aber mindestens genauso wichtig.

Wie schaut der Plan aus:

  • Twitter Feed zusammenräumen, Blase platzen lassen
  • Innerlich erst auf gesicherte Neuigkeiten reagieren
  • Destruktive Informationen erkennen und meiden
  • Gut sortierte Auswahl der Nachrichtenquellen. Auch Quellen außerhalb der eigenen Blase nutzen. Weiterhin keine Boulevard-Medien und keine “alternativen Nachrichtenangebote”. Sorry, dass ich ein “Systemopfer” bin 😉
  • Facebook nur mehr zur Seitenverwaltung und zur Kontaktpflege nutzen
  • Instagram auf interessante und nette Kontakte/Informationen einschränken
  • Keine Dauerbeschallung mehr. Kein Endlos-Scrolling in diversen Medien.
  • Buch > Internet

Gesundheit und Fitness

Mens sana in corpore sano. Ich bin davon überzeugt, dass ein “gesunder” Geist viel lieber in einem gesunden Körper wohnen möchte. Dem “kranken” Geist ist das eher egal, denn umso unwohler sich der Wirt fühlt, umso kränker wird er ja. Ich gehe also davon aus, dass sich jede Investition in meine mentale Fitness erstens mehrfach auszahlt und gleichzeitig auch die körperliche Fitness unterstützt. Bei der Ernährung habe ich in den vergangenen Wochen und Monaten durchaus schon Fortschritte gemacht. Die verzwickten Gedanken sind viel weniger geworden. Das Essverhalten wird natürlicher. Ich spüre auch seit einiger Zeit wieder den vermehrten Drang nach Bewegung. Bewegung, die Spaß macht und vor allem keine neuen Zwänge auslöst.

Wie schaut der Plan aus:

  • Achtsames Essen
  • Mehr Alltagsbewegung (klappt schon ganz gut)
  • Bewegung = Entspannung = Zeit für sich selbst
  • Wandern war vor Jahren mein bestes Ventil -> Dahin will ich wieder
  • Mehr Naturzeit
  • Es geht nicht um Geschwindigkeit und Leistung
  • Sport, Bewegung, Auszeit > Nebentätigkeiten

Was steht heuer sonst noch auf der Bucket List?

Alles was da oben steht sind ja Vorsätze und Ziele für die nächsten Jahre oder sogar für das restliche Leben. Natürlich gibt es auch ein paar konkrete Vorhaben, die ich heuer erreichen möchte (nicht zeitlich sortiert).

  • Im Herbst möchte ich genügend Fitness haben um eine schöne, selbst zusammengestellte mehrtägige Wandertour zu absolvieren. Keine Sorge: Wir reden vom Almwandern und nicht von einer K2-Besteigung mit anschließender Tour zum Nanga Parbat.
  • Im Dezember eine schöne Kultur-Reise irgendwo in Asien. (Da man als “übergewichtiger, weißer Mann” schnell in ein Klischee fällt: Mit Kultur-Reise meine ich tatsächlich auch Kultur-Reise).
  • Zeit mit Freunden besser nutzen. Wenn schon wieder größere persönliche Treffen möglich sind, dann möchte ich diese achtsam verbringen.
  • Corona-Impfung
  • Übernachtung im JumboStay-Hotel in Stockholm Arlanda
  • Auf ein erfülltes Jahr 2021 zurückblicken zu können und zufrieden mit sich selbst zu sein.

5 Replies to “Vorsätze für ein gutes Leben”

  1. Hey Christian! Ich bin über den Podcast von Cornelia Fiechtl auf deine Seite gekommen und der Beitrag war mir so sympathisch, zuerst einfach weil da wer meine Sprache spricht – Hallo ausm Bezirk Eferding 🙂

    In Bezug auf Vorsätze daugt ma der Begriff Lebensstilveränderung so arg! Du hast richtig coole Ideen, voll inspirierend und stark dass du die einfach so postest. Vielleicht is mei Kommentar Anlass dass du dir die Liste jetzt nach dem ersten viertel des Jahres nochmal ins Gedächtnis rufst.

    Vü Erfolg 🙂

    1. Hallo Hanna,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Freut mich, dass du dich über Cornelias Podcast hier her verirrt hast 🙂

      Du hast völlig recht: Es ist Zeit für einen Quartalsrückblick und Ausblick. Einige Dinge hab ich tatsächlich schon umgesetzt und sind schon gut in der Routine drinnen. Viele andere aber noch nicht. Aber es ist halt ein Prozess für den man Geduld und Zeit braucht 🙂

      Wir lesen uns 🙂

      LG, Christian

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