Ultra-Fastfood ausprobiert

📚 Lesezeit: 4 Minuten

Eines meiner Hauptprobleme ist, nach einem anstrengenden Arbeitstag noch irgendetwas nährstoffreiches zum Essen zuzubereiten. Nicht, weil im Vorrats- oder Kühlschrank nicht irgendetwas Verwertbares drinnen wäre, sondern eher aus „Faulheit“.

Diese Tage, an denen es im Büro anstrengend war und man danach sogar noch ein wenig Bewegung zum Runterkommen gemacht hat. Dann noch Zeit in der Küche „verschwenden“ – fast undenkbar. Eigentlich will ich dann oft nur mehr auf die Couch und irgendwas aus der Streamingwelt anstarten oder in einem guten Buch versinken.

Wäre da dann nicht doch noch der Hunger. Unter anderem aus diesem Grund haben sich einige findige Hersteller wohl damit befasst, eine nährstoffreiche Mahlzeit in Flaschen oder Beutel zu pressen. Eine tolle Alternative für genau dann, wann es schnell gehen soll und man nicht zum Fastfood Laden pilgern oder im Internet Essen bestellen will. Das wäre ja ungesund.

In dieser schnelllebigen Zeit ist das also das ideale Produkt für alle leicht getriebenen Menschen wie mich? Spoiler: Nein – ist es nicht (für mich).

Folgende Produkte habe ich für euch 😀 ausprobiert:

YFood

Das wohl bekannteste Produkt im deutschsprachigen Raum, nicht zuletzt wegen des aus Funk und Fernsehen bekannten Investors Frank Thelen.

Eine große Flasche YFood (500ml) verspricht ungefähr 500 Kalorien und eine Sättigung von mehreren Stunden. Ausprobiert habe ich folgende Geschmacksrichtungen:

  • Schokolade: Trinkbar.
  • Kaffee: Trinkbar. Schmeckt nach Eiskaffee (beinhaltet auch Koffein)
  • Vanille: Schmeckt ungefähr so, wie Katzenurin riecht.
  • Banane: Schmeckt nach viel, aber nicht nach Banane
  • Beerenmix: Schmeckt extrem künstlich

Die großen Vorteile von YFood sind, dass man nichts mehr zubereiten oder shaken muss und das Getränk fix fertig in einer Flasche daherkommt (es gibt theoretisch auch eine Pulver-Variante). Das ist praktisch, vor allem auch, weil das Getränk nicht unbedingt gekühlt werden muss. Ich empfehle, es dennoch gekühlt zu trinken. Wer sich mit der Kuhmilch Variante nicht anfreunden kann, bekommt mittlerweile auch ein veganes YFood.

Ich habe – so wie viele Menschen mit Adipositas – ein gestörtes Sättigungsgefühl. Eine Mahlzeit nur so nebenbei einzunehmen, um satt zu werden, ist bei mir genauso effektiv, wie wenn ich sie in den Mistkübel werfen würde. Aber selbst, wenn ich YFood mit voller Achtsamkeit zu mir nehme, ist die Sättigung kaum spürbar. Die Schoko-Variante erinnert noch dazu ein wenig an die Schulmilch von früher. Da läuft man Gefahr, einen Binge-Anfall zu triggern.

Huel

Huel war das erste Produkt, das mir schon vor Jahren im Instagram- und Facebook-Feed angepriesen wurde. Im Großen und Ganzen gibt es Huel in den zwei Varianten “Normal” und “Black Edition”. Die Black-Edition hat weniger Kohlenhydrate.

Auch Huel gibt es in verschiedenen Geschmäckern. Ausprobiert habe ich die Natur-Variante, Vanille, Schokolade und Kaffee. Mit Ausnahme von Schokolade waren für mich alle Varianten trinkbar.

Huel kommt als Pulver und muss vorher mit einem Shaker oder Mixer entsprechend zubereitet werden. Das ist insofern praktisch, weil man je nach Hungergefühl (oder Kalorienvorgabe – falls man Kalorien trackt) genau das zusammenstellen kann, was man braucht.

Was die Nachhaltigkeit betrifft, ist die Pulvervariante natürlich wesentlich angenehmer. In einem Beutel (1,7 Kilo) befinden sich viele Portionen des Lebensmittels. Will man nur eine Mahlzeit täglich durch so ein Fastfood ersetzen, würde der Paketdienst bei der YFood Variante schon ein 15 Kilo Paket heranschleppen und letztendlich würde man monatlich 30 leere Plastikflaschen entsorgen. Huel ist vollständig vegan.

Huel ist das einzige Produkt, bei dem ich die übrigen Portionen nicht weiter verschenken etc. werde. Nachbestellen werde ich es mir aber ebensowenig. Dazu dann im Fazit mehr.

Jake Food

Ähnlich wie Huel kommt JakeFood als Pulver daher. Im Unterschied dazu, kommt allerdings jede Portion in einem Beutel. Eine Portion hat auch hier ca. 500 Kalorien und je nach Variante gibt es ein Produkt für Normalos, eines für Leistungssportler und eins für LowCarb Ernährung.

Jake Food war für mich leider in jeglicher Geschmacksrichtung absolut ungenießbar. Früher, wie wir als Kinder noch draußen im Dreck gespielt haben und man versehentlich mal etwas Erde in den Mund bekommen hat, dieser Erdgeschmack erinnert mich an JakeFood.

Bei der Variante Schokolade habe ich sogar einen flauen Magen bekommen. Ganz runtergebracht hab ich es wegen dem stechenden Süßstoff-Geschmack aber ohnehin nicht.

Positiv kann man die Nachhaltigkeit erwähnen. Mit der Pulverform vermeidet man unnötig Transportaufwand und die Beutel kompostieren sich angeblich von selbst. JakeFood ist ebenfalls vegan.

Nein, das ist keine Probe aus der Kläranlage. Das ist Trinknahrung aus dem Shaker.

Saturo

Nicht am Foto ist Saturo. Ähnlich wie YFood ist es eine fertig gemischte Trinkmahlzeit in einer 330ml oder 500ml Flasche/Tetrapack. Hier war die Klassik-Variante für mich am besten trinkbar. Saturo ist vollständig vegan, hatte für mich aber noch wesentlich weniger Sättigungseffekt als YFood. Außerdem haben wir hier wieder das Problem mit dem Flaschentransport.

Wie man sieht, habe ich schon einige Versuche unternommen, um eine Lösung für meinen Fastfood Bedarf zu finden.

Fazit

Ich habe Abends meistens keinen großen Hunger. Eigentlich reicht meistens irgendeine Kleinigkeit. Mal süß, mal sauer. Vermutlich hängt das vom vergangenen Tag ab 🙂

Ein Packerl Magertopfen mit Obst, Leinsamen, Kakaopulver und einem Löffel Mandelmus zu verrühren dauert ungefähr fünf Minuten, man kann jeden Tag aufs Neue etwas anders machen, man kann ein optisches Highlight daraus machen wenn man will und man ist einige Zeit mit dem Essen selbst beschäftigt. Wenn es einem nach deftig ist, geht das mit einem Zwiebel-Tomaten-Paprika Omelett fast genauso schnell und im Notfall ist auch ein Vollkornbrot mit Käse und Paprika was Tolles.

Das Gefühl echte, vollwertige Nahrung zu sich zu nehmen kann man mit einem Getränk einfach nicht ersetzen. Außer vielleicht, man wohnt auf der internationalen Raumstation.

Es ist nur wichtig, dass man seine Lebensmittel, die man braucht, auch daheim hat. Aber das Pseudo-Fastfood aus dem Industriemischer muss man ja auch daheim haben, um es konsumieren zu können.

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